Weng Fine Art: Kursspannung garantiert

28 Apr. 2021 / Pressespiegel

Kurz vor der Präsentation auf der von GBC veranstalteten MKK Münchner Kapitalmarkt Konferenz am 4. Mai 2021 legt Weng Fine Art (WFA) den Konzernabschluss für 2020 mit allen wichtigen Zahlen vor. Einige mit Spannung erwartete Infos – insbesondere den Dividendenvorschlag zur jetzt auf den August 2021 verlegten Hauptversammlung – ist das Kunsthandelsunternehmen aber noch schuldig. Nun: Diese Taktik lässt sich auch so interpretieren, dass CEO Rüdiger K. Weng den Spannungsbogen Richtung Kapitalmarkt aufrecht hält, was für die weitere Performance der ohnehin gut laufenden Aktie im Prinzip nur förderlich sein kann. Zunächst einmal können sich aber auch die Zahlen für das abgelaufene Jahr mehr als sehen lassen, so schlank und ohne schmückende Erläuterungen der Jahresreport auch gestaltet ist: So kamen die Erlöse um 41 Prozent auf 10,43 Mio. Euro voran. Das Betriebsergebnis machte gar einen Satz von 2,19 auf 5,92 Mio. Euro.

Maßgeblich dazu beigetragen hat freilich ein Sonderertrag von netto rund 3 Mio. Euro im Zuge der Ausschüttung von Aktien der E-Commerce-Tochter ArtXX an die Anteilseigner von WFA nach der jüngsten WFA-Hauptversammlung im Dezember 2020. Den Gewinn vor Steuern aus dem rein operativen Geschäft beziffert Weng auf 2,68 Mio. Euro – nach 1,13 Mio. Euro im Jahr zuvor. Entsprechend ist die Umsatzrendite vor Steuern aus dem Kernbereich von ohnehin guten 15,3 Prozent auf sehr starke 25,7 Prozent gestiegen. „Nach eigenen Recherchen ist die Weng Fine Art AG im Corona-Jahr 2020 wahrscheinlich das profitabelste Kunstunternehmen in Europa gewesen“, sagt Vorstand Rüdiger K. Weng.

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Bemerkenswert auch der explizite Hinweis auf die – trotz der deutlich ausgeweiteten Bilanzsumme – weitgehend konstant gebliebene Eigenkapitalquote von 46,37 Prozent. Da mit den finanzierenden Banken eine Mindestquote von 35 Prozent vereinbart wurde, hat die Gesellschaft aus Monheim am Rhein also noch spürbaren Raum bei einer weiteren Verlängerung der Bilanzsumme – etwa durch eine Akquisition. Möglicherweise könnte es sogar ein Indiz für eine perspektivisch geplante Änderung des für 2020 rein anteilsmäßig in den Konzernabschluss einbezogenen Engagements bei Artnet sein. Aber auch unter Dividendengesichtspunkten lässt sich die Belastungsfähigkeit der Bilanz interpretieren.

Entsprechend gespannt ist boersengefluester.de auf die digitale Präsentation von Rüdiger K. Weng auf der MKK. Immerhin gibt es jede Menge interessante Themen – etwa im Bereich der digitalen Kunst. Und dann steht als großes Thema ja auch noch ein eigenständiges Listing von ArtXX im Raum. Viele potenzielle Kurstreiber also für die WFA-Aktie. Das in unmittelbarerer Sichtweite befindliche All-Time-High von 23,80 Euro sollte jedenfalls nicht mehr lange Bestand haben. Nicht zu vergessen ist auch, dass WFA noch immer 150.000 eigene Aktien im Gegenwert von derzeit rund 3,50 Mio. Euro im Bestand hat, die mittelfristig an institutionelle Investoren veräußert werden sollen.

BOERSENGEFLUESTER.DE | SPEZIALWERTE, REDAKTION | 28. APR 2021 | VON GEREON KRUSE